24.09.2014 - 27.09.2014

Arena, agent, projection space. Art in the time of political turning points and social transformations / Arena, Agens, Projektionsraum. Künste in Zeiten politischer Zäsuren und gesellschaftlicher Transformation / Arena, Agens, przestrzeń projekcji. Sztuka w czasach politycznych cezur i społecznych transformacji

Die Geschichte Ostmitteleuropas mit den Regionen des gemeinsamen deutsch-polnischen Kulturerbes, die das Interessengebiet des Arbeitskreises deutscher und polnischer KunsthistorikerInnen und DenkmalpflegerInnen bilden, ist in besonderer Weise von politischen Zäsuren und damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen gekennzeichnet. Begreift man die Künste als ein mit gesellschaftlichen Dynamiken untrennbar verflochtenes Phänomen, so müssen auch sie zu politischen und sozialen Umbrüchen in ein Verhältnis gesetzt werden. So wie die gesellschaftlichen und kulturellen Prozesse, welche durch politische Zäsuren in Gang gesetzt werden, sich in ihrer Ausrichtung, ihrer Intensität, ihrer Dynamik und ihren sozialen Trägern differenzieren, so gehen wir davon aus, dass auch das Verhältnis zwischen Kunst und gesellschaftlichem Umbruch kein eindimensionales ist. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass die Künste und ihre Akteure verschiedene Rollen einnehmen und dabei sehr unterschiedlichen Bedürfnissen entsprechen konnten: sei es etwa, dass sie sich offensiv in den Prozess des gesellschaftlichen Wandels integrierten, gar eine führende Rolle beanspruchten, sei es, dass sie als Werte konservierendes Medium begriffen wurden und einer regressiven Identifikation dienten, sei es, dass sie von den verschiedenen in den Umbruch involvierten Gruppen als Projektionsfläche und/oder als Instrument zur Visualisierung und Durchsetzung politischer, sozialer oder wirtschaftlicher Interessen und Ziele genutzt wurden.

Ausgehend von einem flexiblen Verständnis des Kunstbegriffes, das über die klassischen Kunstgattungen hinaus bis in die visuelle Kultur hinein reicht, nähern sich die Beiträge der Problematik aus unterschiedlichen Perspektiven. Dabei ist der historische Rahmen von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart bewusst breit gefasst. Er soll einen synchronen wie auch diachronen Vergleich ermöglichen, der zeigen kann, ob Strukturen hervortreten, die das Agieren der Künste in politischen Zäsuren bzw. gesellschaftlichen Transformationsprozessen grundlegend charakterisieren, oder ob sich das Verhältnis in jeder (territorialen, kulturellen, historisch-epochalen) Konstellation neu formiert. Daher wird auch von Fall zu Fall der Betrachtungsraum über die engere Region des gemeinsamen deutsch-polnischen Kulturerbes hinaus zu erweitern sein.

 

Die 22. Tagung des Arbeitskreises wird ausgerichtet vom Lehrstuhl für die Kunstgeschichte Osteuropas am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin und der Juniorprofessur für die Kunstgeschichte Ostmitteleuropas mit dem Schwerpunkt Regionen des gemeinsamen Kulturerbes am Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der Technischen Universität Berlin. Sie wird durch die Stiftung deutsch-polnische Zusammenarbeit, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und das Polnische Institut Berlin gefördert und steht unter der Schirmherrschaft der Polnischen Botschaft in Berlin.

 

Ansprechpartnerinnen / Kontakt

Katja Bernhardt (katja.bernhardt@culture.hu-berlin.de)

Aleksandra Lipińska (aleksandra.lipinska@tu-berlin.de)

Michaela Marek (michaela.marek@culture.hu-berlin.de)